Da immer wieder Gerüchte über künstliche Fingernägel kursieren, möchten wir hier einige davon aufgreifen:

FALSCH  ist: „Der Nagel kann unter einer Modellage nicht atmen.“

Nägel sind, genau wie Haare, ein Anhangsgebilde der Haut. Die Nagelplatte selber besteht aus Horn und ist „tot“, deshalb muss sie auch nicht atmen. Das ist ein Aberglaube aus den 20er-Jahren, man ließ damals beim Lackieren den Nagelmond frei, damit der Nagel atmen kann. Das Nagelbett wird von der Nagelwurzel und dem Nagelhäutchen über kleine Blutkapillare versorgt, diese lassen auch das Nagelbett rosa erscheinen.

- FALSCH ist: „Die Nägel werden dünn.“

Nach der Entfernung einer Modellage sind die eigenen Nägel in den ersten Tagen ein wenig weich, aber durch die Verbindung mit Sauerstoff/Luft härtet die Keratinschicht relativ schnell durch (10-14 Tage) und die Nägel sind wieder wie vorher.

- FALSCH ist: „Pulver/Flüssigkeit (ACRYL) ist gesundheitsschädlich.“

Wenn dem so wäre, dürfte es in Deutschland bestimmt nicht verarbeitet werden.
Hauptsächlich geht es bei dieser Diskussion um den Inhaltsstoff Benzoylperoxid, kurz BPO.
BPO ist die Substanz, die es ermöglicht, dass Pulver und Flüssigkeit zusammen härten. Es wird nur 1/5 der Menge (im Vergleich zu einer Salbe, die stundenlang auf der Haut einwirkt) im Pulver benötigt, um einen künstlichen Nagel zu erschaffen.

 - FALSCH ist: „Gel ist besser als Acryl.“

Diese Behauptung hört man immer wieder - keines der Systeme ist besser, schlechter oder gesünder als das andere. Gel und Pulver/Flüssigkeit (Acryl) – beides sind Acryle. Beim Gel wurde der Aushärtungsprozess zwischendurch angehalten und man benötigt UV-Licht als Katalysator, um es zu härten. Bei der Verarbeitung von Pulver/Flüssigkeit (Acryl) sind die Grundstoffe noch nicht zusammengekommen und man nutzt als Katalysator die Umgebungswärme für die Aushärtung. 

Durch den gezielten Einsatz der verschiedenen Materialien ist es der Modellistin möglich, auf die Kundenwünsche einzugehen und unter Berücksichtigung der Beschaffenheit des Naturnagels individuell angepasste Nägel zu gestalten, so z.B. auch Teilprothesen anzufertigen.

 

Keine Art der Nagelverarbeitung ist gefährlich, wenn sie korrekt von einer ausgebildeten Nagelmodellistin ausgeführt wird.